Nichts zu tun kostet auch. Dieser Beitrag rechnet durch, was ein altes IT-System jeden Monat frisst, ohne dass es auf einer Rechnung steht.
Als Unternehmer entscheiden Sie ständig über Investitionen: neue Maschine, mehr Fläche, mehr Personal. Eine Entscheidung fällt dabei meistens unbewusst, nämlich die, an der IT nichts zu ändern.
Das Aufschieben fühlt sich nach Sparen an. Tatsächlich läuft die Rechnung weiter, nur verteilt auf viele kleine Posten, die niemand zusammenzählt.
Dieser Artikel berechnet für Sie die tatsächlichen Kosten.
Teil 1: Die sichtbaren Kosten
Diese Beträge fließen täglich ab, auch wenn sie in keiner eigenen Position der Buchhaltung stehen.
Kosteneinbußen durch Produktivitätsverlust
Das ist der größte Posten. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen:
Angenommen, ein Mitarbeiter verliert täglich 30 Minuten durch ein langsames System. Bei 20 Personen sind das 10 Stunden am Tag. Mit 40 Euro Personalkosten je Stunde ergibt das 400 Euro am Tag, rund 8.000 Euro im Monat.
Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein, bevor Sie sich auf diese Rechnung verlassen.
Steigende Wartungs- und Reparaturkosten
Je älter das System, desto häufiger die Defekte. Ersatzteile für alte Hardware sind schwer zu bekommen und teuer, Supportverträge für alte Software werden jedes Jahr teurer.
Hohe Energiekosten
Server älterer Generationen verbrauchen deutlich mehr Strom als moderne Geräte. Bei den aktuellen Energiepreisen in Deutschland summieren sich diese Kosten im Laufe der Jahre zu einem beachtlichen Betrag.
Teil 2: Die Kosten, die erst später auffallen
Diese Kosten lassen sich vielleicht nicht sofort in Euro beziffern, können aber das Unternehmen existenziell bedrohen.
Verpasste Chancen (Opportunitätskosten)
Wettbewerber arbeiten mit aktuellen Systemen und können schneller anbieten. Jeder Auftrag, den Sie aus technischen Gründen nicht annehmen können, gehört in diese Rechnung.
IT-Sicherheitsrisiken
Ein veraltetes System ohne aktuelle Sicherheitsupdates ist eine Einladung für Hacker.
- Die Lösegeldzahlungen nach einem Ransomware-Angriff können zehntausende bis hunderttausende Euro kosten.
- Strafen wegen DSGVO-Verstößen können den finanziellen Ruin bedeuten.
- Die Kosten für den kompletten Wiederaufbau von System und Daten nach einem Angriff sind noch wesentlich höher.
Verlust von Motivation und Ansehen
- Fluktuation qualifizierter Mitarbeiter: Mit Technik, die täglich bremst, arbeitet niemand gern. Gute Leute gehen deshalb früher als gedacht.
- Verlust der Kundenreputation: Ein schwaches IT-System führt zu verzögerten Angeboten, langsamer Reaktionszeit auf Anfragen oder gar zur Weitergabe sensibler Informationen. Vertrauen ist schwer aufzubauen, aber sehr leicht zu verlieren.
„Nichts tun“ ist die riskanteste Entscheidung
Zählt man beides zusammen, ist das Aufschieben keine Sparmaßnahme, sondern ein Defizit, das jeden Monat wächst. Wie beim undichten Dach: heute kostet es wenig, in zwei Jahren die ganze Sanierung.
Eine moderne IT rechnet sich über gesparte Arbeitszeit, geringeres Risiko und Aufträge, die sonst nicht möglich wären. Ob sie sich in Ihrem Fall rechnet, zeigt erst Ihre eigene Rechnung.
Rechnen Sie einmal nach, was Stillstand Sie kostet.

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